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Gin Sorten

0 Kommentare | 25. Januar 2020

Definition von Gin

Gin (aus dem französischem – genévrier: Wacholder) ist bekanntermaßen ein alkoholisches Getränk, eine destilierte Spirituose, die sich primär über einen Geschmack von Wacholder aber auch zusätzlichen anderen Botanicals definiert. Der Herstellungsprozess von Gin unterscheidet sich oftmals dahingehend, dass die individuell zum Geschmack beitragenden Botanicals entweder vor, während oder nach der Destillation auf das Produkt einwirken. Häufig fällt das Wort Mazeration – dies beschreibt an sich nur die Zusammenführung des Alkohols und der Botanicals, die sich zu einem Mazerat verbinden.

Gin muss durch Destillation eines Basisalkohols (Agraralkohol, z.B. Korn oder Vodka) gewonnen werden und überwiegend, entsprechend der Wortherkunft, nach Wacholder schmecken. Der Mindestalkoholgehalt von Gin liegt bei 37,5 Vol.% (Europa) bzw. 40 Vol.% (USA).

Kategorisierung in Gin, destillierter Gin, London Gin

Gin

Ginsorten die der einfachen Kategorie „Gin“ angehören werden eben so simpel hergestellt. Dem Basisalkohol werden verschiedene zugelassene Botanicals hinzugefügt, ohne dass eine erneute Destillation nötig ist. Der Gin ist daher relativ einfach und somit auch kostengünstig in der Produktion. Es sind natürliche und naturidentische Aromastoffe erlaubt.

Destillierter Gin

In der Kategorie der destillierten Gins gibt es mehr Vorgaben. So muss der Basisalkohol einen Alkoholgehalt von mindestens 96 Vol.% vorweisen. Zudem muss die Mischung aus Alkohol und Botanicals erneut destilliert werden. Das Destillat kann in jeder beliebigen Stärke hergestellt werden, weiterhin sind auch bei einem destillierten Gin sowohl natürliche als auch naturidentische Aromastoffe erlaubt.

London Gin

Ihr könnt bereits erahnen, dass die Kategorie der London Gins nochmal höhere Qualitätsansprüche hat, als ein „Gin“ oder ein „destillierter Gin“. London Gins werden aus einem reinen Basisalkohol (ebenfalls Mindestalkoholgehalt von 96 Vol.%) unter Zugabe der Botanicals zweifach destiliert (Redestillation). Das Destillat muss mindestens 70 Vol.% vorweisen und es sind keine naturidentischen Aromastoffe erlaubt.

Fazit: Die drei Oberkategorien Gin, destillierter Gin und London Gin spiegeln in einer gewissen Weise auch drei Qualitätsstufen wieder. Dennoch lassen sich in jeder Kategorie besondere Highlights und Geschmackserlebnisse finden.

Gin Sorten

Compound Gin

Der Compound Gin entstammt der Zeit der Prohibition, in der Alkohol verboten war und sehr viel illegaler Alkohol gebrannt wurde. Der Compound Gin gehört zu der Oberkategorie (siehe oben) des „Gin“ und ist somit ein sehr einfacher Gin, da er nach der Mazeration mit den Botanicals nicht nochmal destilliert wird.

Kleiner Exkurs: Ableforth’s Bathtub Gin

Der Ableforth Bathtub Gin ist kein Compound Gin im herkömmlichen Sinne, greift das Thema aber sehr schön auf.
„Bathtub Gin war früher einmal die Bezeichnung für billigsten Gin, der in schmutzigen Hinterzimmern wortwörtlich in der Badewanne hergestellt wurde. Selbstverständlich wird Ableforth’s Bathtub Gin nicht in einer Badewanne angerührt und im eigentlichen Sinne ist er auch kein klassischer Compound Gin. Trotzdem waren die Macher von Ableforth’s gerade von dieser Wildheit begeistert – und pflanzten sie in einem aufwändigen Prozess in einen klassischen Dry Gin.
Zunächst wird ein klassischer Dry Gin hergestellt – Neutralalkohol wird in der Kupferbrennblase mit Wacholder, Koriander und einigen anderen Botanicals destilliert. Ein gewisser Anteil des so hergestellten Destillats wird mit einer Cold Compound-Technik erneut mazeriert und zwar mit den Botanicals Orangenschale, Cassia-Zimt, Wacholder, Koriander, Kardamom und Nelke. Der so entstandene Compound Gin wird mit dem Dry Gin-Anteil vermählt. Das Ergebnis ist ein Gin, der die Eleganz klassischer Wacholder-Brände in sich trägt, aber auch die intensive Kraft eines Bathtub Gins.“ (Quelle: Amazon)

Dry Gin und London Dry Gin

Wie der Name schon verrät gehören Dry Gins und London Dry Gins zur Oberkategorie der London Gins. Auf Grund des aufwendigen Destillationsverfahrens gehören Gins dieser Sorte zu den Hochwertigsten auf dem Markt. Dry Gins sind seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt und wurden seinerzeit ausschließlich in London hergestellt, wodurch es sicherlich auch zu dieser Namensprägung kam.
London Dry Gin ist übrigens keine geschützte Herkunftsbezeichnung. Demnach müssen London Dry Gins nicht zwingend aus London kommen.

Old Tom Gin

Gins der Sorte Old Tom wird in der Regel ein bisschen Zucker zugesetzt, so dass sie im Vergleich zu Dry Gins süßer sind. Old Tom Gins gehören zur Oberkategorie der destillierten Gins und waren seinerzeit die Vorreiter des Dry Gin.
Der bekannteste Gin Cocktail mit einem Old Tom Gin ist vermutlich der Tom Collins (hier geht es zum Rezept).

Sloe Gin

Sloe Gins sind per Definition eigentlich gar keine Gins, sonder Liköre. Der Alkoholgehalt liegt oftmals „nur“ bei 25-30 Vol.%. Slow Gins werden hergestellt, indem reifer Schlehdorn (Schlehe = engl. „sloe“) in Gin eingelegt werden.

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